
Stand: 24.09.2026, 09:16 Uhr
Der französische Technologiekonzern Schneider Electric hat ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für die bulgarische Shelly Group angekündigt. Wie beide Unternehmen am Donnerstag mitteilten, sollen die Aktionäre des Herstellers von intelligenten Elektrogeräten (Smart Devices) 70 Euro je Aktie erhalten. Das entspricht einer Bewertung von rund 1,2 Milliarden Euro. Die Shelly-Aktie reagierte mit einem deutlichen Kursplus von rund 3,6 Prozent auf 66,70 Euro im XETRA-Handel und war damit zeitweise Spitzenreiter im SDAX. Die Aktie von Schneider Electric gab dagegen moderat um 0,56 Prozent auf 291,70 Euro nach.
Warum ist das wichtig?
Die Übernahme ist ein strategischer Schritt von Schneider Electric, um sein Geschäft mit vernetzten Haushaltsgeräten und Energiemanagement-Lösungen auszubauen. Shelly Group hat sich von einem reinen Hardware-Anbieter zu einer softwaregetriebenen Plattform für Home-Energy-Management und Smart Buildings entwickelt. Das Portfolio umfasst vernetzte Sensoren, Beleuchtungssysteme und smarte Steckdosen. Schneider Electric betreibt bereits die IoT-Plattform EcoStruxure, die in Branchen wie Gesundheitswesen, Einzelhandel und Freizeit eingesetzt wird. Die Integration von Shelly könnte Synergien im Privatkundengeschäft erschließen, wie Analyst Lucas Ferhani von Jefferies betont. Die Transaktion unterliegt noch der Zustimmung der Regulierungsbehörden und soll voraussichtlich im ersten Quartal 2027 abgeschlossen werden. Schneider Electric strebt an, mindestens 95 Prozent der Shelly-Anteile zu halten, um die verbliebenen Aktionäre herauszukaufen und das Unternehmen von der Börse zu nehmen.
Für wen ist die Meldung relevant?
- Aktionäre von Shelly Group: Sie erhalten ein Angebot von 70 Euro je Aktie, was einem Aufschlag von bis zu 27 Prozent auf den jüngsten Kurs entspricht. Die Gründer Dimitar Dimitrov (29 Prozent) und Svetlin Todorov (28 Prozent) haben bereits zugesagt, ihre Anteile anzudienen. Für andere Anleger stellt sich die Frage, ob sie das Angebot annehmen oder auf eine höhere Bewertung spekulieren sollten.
- Aktionäre von Schneider Electric: Die Übernahme könnte langfristig das Wachstum im Smart-Home-Segment stärken, kurzfristig belastet sie jedoch die Bilanz. Die moderate Kursreaktion deutet auf eine verhaltene Einschätzung des Marktes hin.
- Anleger im SDAX: Shelly Group war bislang im Index der kleineren Unternehmen gelistet. Mit der geplanten Übernahme und dem Delisting entfällt ein Titel, was die Indexzusammensetzung beeinflussen könnte.
- Beobachter der IoT- und Smart-Home-Branche: Der Deal zeigt den Trend zur Konsolidierung in diesem Sektor, da große Konzerne wie Schneider Electric ihre Position im Bereich vernetzter Geräte und Energiemanagement ausbauen.
Für Anleger ist wichtig zu wissen, dass die Transaktion noch regulatorische Hürden nehmen muss. Die Shelly-Gründer unterstützen den Deal, was die Erfolgswahrscheinlichkeit erhöht. Dennoch sollten sich Aktionäre bewusst sein, dass der Angebotspreis von 70 Euro nicht zwingend den fairen Wert widerspiegelt – Analysten könnten hierzu unterschiedliche Meinungen haben. Die Meldung ist insbesondere für Investoren relevant, die in Small-Cap-Werte oder den IoT-Sektor investiert sind.
Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.