Stand: 24.09.2026, 12:19 Uhr

Der Goldpreis hat sich nach einer beeindruckenden Rally zuletzt etwas abgekühlt und notiert aktuell bei rund 4.250 US-Dollar je Feinunze. Doch die Hausse ist nach Einschätzung von TD Securities noch lange nicht vorbei. Die Analysten des kanadischen Wertpapierhauses prognostizieren, dass das Edelmetall bis 2027 die Marke von 5.000 US-Dollar je Feinunze überschreiten könnte. Grundlage dieser optimistischen Prognose sind anhaltende Käufe der Zentralbanken, steigende Bestände in Gold-ETFs und eine robuste Nachfrage trotz höherer Zinsen.

Warum ist das wichtig?

Gold gilt traditionell als sicherer Hafen in Krisenzeiten und als Inflationsschutz. Die jüngste Entwicklung zeigt, dass die klassische Beziehung zwischen Goldpreis und Realzinsen zunehmend aufgeweicht ist. Während früher steigende Zinsen den Goldpreis belasteten, kaufen Zentralbanken und institutionelle Anleger derzeit unabhängig vom Zinsumfeld weiter zu. Dies deutet auf einen strukturellen Wandel der Nachfrage hin, der für Anleger weitreichende Folgen haben könnte.

  • Zentralbanken kaufen weiter: Laut TD Securities haben die Notenbanken in den letzten drei Monaten durchschnittlich fast 70 Tonnen Gold pro Monat erworben. Besonders die People’s Bank of China kauft seit 22 Monaten in Folge Gold und treibt damit die Nachfrage. Auch andere Schwellenländer wie Indien und die Türkei stocken ihre Reserven auf.
  • ETF-Zuflüsse bleiben hoch: Seit Juli haben globale Gold-ETFs rund 6,3 Millionen Unzen angesammelt. Dies zeigt, dass auch private Anleger trotz der Zinserhöhungen der US-Notenbank weiter auf Gold setzen.
  • Geopolitische Unsicherheit als Treiber: Die Analysten verweisen auf die Entdollarisierung, Sorgen um Währungsentwertung und anhaltende Inflationsängste als zusätzliche Faktoren, die die Nachfrage unabhängig von der Zinsentwicklung stützen.

Für wen ist die Meldung relevant?

Die Prognose ist vor allem für langfristig orientierte Anleger interessant, die Gold als Teil ihrer strategischen Asset-Allokation betrachten. Auch Trader, die auf kurzfristige Kursbewegungen spekulieren, sollten die Entwicklung im Auge behalten, da die Analysten von BMO Capital Markets kurzfristig eine Zielspanne von durchschnittlich 4.625 US-Dollar für das zweite Halbjahr sehen. Standard Chartered erwartet für das vierte Quartal einen Durchschnittspreis von rund 4.650 US-Dollar. Fidelity-Stratege Jurrien Timmer beziffert den fairen Wert von Gold sogar auf rund 5.000 US-Dollar, gestützt auf ein Modell, das Gold stärker an die globale Liquidität als an Realzinsen koppelt.

Für Anleger, die in Gold investieren möchten, bieten sich verschiedene Wege: physisches Gold, Gold-ETFs oder auch Aktien von Goldminenunternehmen. Wichtig ist jedoch, dass Gold keine laufenden Erträge abwirft und die Kurse kurzfristig stark schwanken können. Die Analysten von TD Securities sehen aber noch erhebliches Potenzial: Die spekulative Positionierung liegt rund 30 Prozent unter dem Hoch von 2022 und 50 Prozent unter dem geschätzten Rekordhoch von 2016, was aus ihrer Sicht noch Spielraum für weitere Zuflüsse lässt.

Insgesamt bleibt der Goldmarkt also spannend. Die nächste Rally-Etappe könnte bereits in den kommenden Monaten beginnen, wenn die Zentralbanken ihre Käufe fortsetzen und die geopolitische Unsicherheit anhält. Anleger sollten jedoch stets die Risiken im Blick behalten und ihre Anlageentscheidungen auf einer soliden Analyse basieren.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.

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