Stand: 23.09.2026, 21:44 Uhr
Viele Anleger glauben, dass politische Blockaden in Washington – wenn sich Demokraten und Republikaner gegenseitig lähmen – positiv für die Aktienmärkte sind. Die Theorie: Wenn die Regierung nichts Nennenswertes zustande bringt, gibt es auch keine schlechten Gesetze oder Steuererhöhungen, die die Wirtschaft belasten könnten. Doch eine aktuelle Analyse historischer Marktdaten zeigt: Diese Annahme ist ein gefährlicher Mythos.
Warum ist das wichtig?
Die US-Politik steckt erneut in einer Phase der Polarisierung. Vor den Zwischenwahlen im November 2024 und mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2025 fragen sich Anleger, ob ein gespaltenes Washington tatsächlich ein Vorteil für ihre Depots ist. Die Antwort aus der Vergangenheit ist eindeutig: Der Aktienmarkt hat in Zeiten parteiübergreifender Zusammenarbeit (z. B. bei großen Kompromissen wie dem Inflation Reduction Act) nicht schlechter abgeschnitten als in Phasen der Blockade. Im Gegenteil: Die durchschnittlichen Renditen waren in Jahren mit geteilter Regierung sogar niedriger als in Jahren, in denen eine Partei die Kontrolle über Präsidentamt und Kongress hatte.
- Historische Daten: Seit 1950 lag die durchschnittliche Jahresrendite des S&P 500 in Jahren mit geteilter Regierung bei etwa 8 %, während sie in Jahren mit einheitlicher Regierung bei rund 14 % lag.
- Gründe: Politische Blockaden führen oft zu Unsicherheit über Haushaltsfragen, Schuldenobergrenzen und wichtige Gesetze – das belastet die Unternehmensplanung und das Vertrauen der Investoren.
- Ausnahmen: Es gab Phasen, in denen Blockaden kurzfristig als „weniger schlimm“ empfunden wurden, weil sie radikale Reformen verhinderten. Aber langfristig überwiegen die negativen Effekte.
Für wen ist die Meldung relevant?
Diese Analyse ist besonders wichtig für:
- Langfristanleger, die ihr Portfolio strategisch ausrichten und nicht auf kurzfristige politische Stimmungen setzen sollten.
- Aktienhändler, die auf politische Nachrichten reagieren und verstehen müssen, dass Blockaden nicht automatisch Kurssprünge bedeuten.
- Fondsmanager und Vermögensverwalter, die ihre Kunden über die tatsächlichen Risiken politischer Unsicherheit aufklären müssen.
Die Botschaft der Marktdaten ist klar: Wer auf politische Blockaden als Aktien-Turbo setzt, irrt. Entscheidend sind vielmehr Fundamentaldaten wie Unternehmensgewinne, Zinspolitik der Fed und die globale Konjunktur. Politische Lähmung mag kurzfristig beruhigen, aber sie ist kein verlässlicher Indikator für steigende Kurse. Anleger sollten daher nicht auf politische Konstellationen spekulieren, sondern auf eine breite Streuung und langfristige Anlagestrategien setzen.
Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.