Stand: 24.09.2026, 01:13 Uhr

Jeffrey Gundlach, der legendäre Anleihe-Investor und CEO von DoubleLine Capital, hat seine Position zu KI-Aktien drastisch verändert. Der als „Anleihe-König“ bekannte Stratege senkt seine empfohlene Aktienquote von 40 auf 30 Prozent und will sich künftig so weit wie möglich von KI-Schwergewichten wie NVIDIA, AMD und anderen Tech-Werten entfernen. Statt auf die üblichen, nach Marktkapitalisierung gewichteten Indizes setzt er auf einen gleichgewichteten Index der Fortune 500. Die Nachricht sorgt an den Märkten für Aufsehen, denn Gundlach gilt als einer der scharfsinnigsten Beobachter der Finanzwelt – er sagte unter anderem den Zusammenbruch des US-Häusermarktes 2007 treffend voraus.

Warum ist das wichtig?

Gundlachs Schritt ist kein spontaner Ausdruck von Bauchgefühl, sondern basiert auf einer fundamentalen Bewertungskennzahl: dem Shiller-KGV (zyklisch adjustiertes Kurs-Gewinn-Verhältnis) des S&P 500. Dieses liegt aktuell bei über 42 – ein Niveau, das in der Vergangenheit jedes Mal zu negativen realen Renditen über die folgenden zehn Jahre führte. Gundlach argumentiert, dass Anleger bei solchen Bewertungen selbst bei einer erfolgreichen Inflationsbekämpfung durch die US-Notenbank mit nominalen Verlusten rechnen müssten. Er sieht den KI-Hype als „über den Punkt hinaus, an dem alles als wunderbar gilt“ und warnt vor Verlierern im Rennen um die künstliche Intelligenz. Für den Markt bedeutet dies: Ein hochkarätiger Investor mit einer beeindruckenden Trefferquote signalisiert, dass die Risiken im Tech-Sektor derzeit die Chancen überwiegen. Seine Warnung könnte andere institutionelle Anleger zum Umdenken bewegen und den Druck auf überbewertete KI-Aktien erhöhen.

  • Bewertungswarnung: Das Shiller-KGV über 42 deutet auf historisch überteuerte Märkte hin – Gundlach erwartet negative reale Renditen für ein Jahrzehnt.
  • KI-Blase? Er zweifelt an den Wachstumsversprechen der Branche und sieht Ausfälle und Verlierer im KI-Wettlauf als wahrscheinlich an.
  • Portfolio-Umschichtung: Statt KI-Aktien setzt er auf gleichgewichtete Indizes, Anleihen, Rohstoffe und Gold – eine defensive Strategie.
  • Zeitrahmen: Gundlach sieht die kommenden sechs bis neun Monate als kritisch für den Markt und erwartet einen deutlichen Rückschlag bei Risikoanlagen.

Für wen ist die Meldung relevant?

Die Meldung ist besonders relevant für Anleger, die stark in Technologie- und KI-Aktien investiert sind, sowie für alle, die ihr Portfolio risikobewusst ausrichten möchten. Auch institutionelle Investoren, Fondsmanager und Vermögensverwalter sollten Gundlachs Einschätzung ernst nehmen, da sie auf eine mögliche Trendwende am Aktienmarkt hindeutet. Privatanleger, die über ETFs oder Einzeltitel in NVIDIA, AMD, Marvell Technology oder ähnliche Werte engagiert sind, erhalten hier eine fundierte Warnung vor überhöhten Bewertungen. Gleichzeitig ist die Meldung für Anleger interessant, die nach defensiven Alternativen suchen – etwa Anleihen, Gold oder gleichgewichtete Indizes. Wichtig: Gundlachs Strategie ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung, sondern eine Einordnung auf Basis historischer Daten und aktueller Marktlage. Jeder Anleger sollte seine eigene Risikobereitschaft und Anlageziele prüfen, bevor er Konsequenzen zieht.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.