
Stand: 25.09.2026, 10:13 Uhr
Die Bank of America (BofA) hat in ihrem aktuellen Rebalancing-Modell für das Monatsende September klare Signale für den Devisenmarkt identifiziert. Demnach zeichnen sich für die kommende Handelswoche Verkaufsdruck auf den japanischen Yen (JPY) und das britische Pfund (GBP) ab, während der Euro (EUR) von Zuflüssen profitieren könnte. Die Analyse basiert auf einem standardisierten 60/40-Portfolio aus globalen Aktien und Anleihen und zeigt, wie relative Kursbewegungen im Laufe des Monats internationale Portfolios zwingen, ihre Währungspositionen anzupassen.
Warum ist das wichtig?
Monatsendströme sind ein bekannter, aber schwer zu kalkulierender Faktor an den Devisenmärkten. Institutionelle Anleger wie Pensionsfonds oder Vermögensverwalter müssen ihre Portfolios regelmäßig neu ausrichten, um die ursprüngliche Gewichtung beizubehalten. Wenn etwa der japanische Aktienmarkt im Monatsverlauf stärker gestiegen ist als andere Märkte, müssen Anleger Yen verkaufen, um die Übergewichtung zu reduzieren. BofA nutzt genau diesen Mechanismus, um Richtung und Stärke der Ströme zu prognostizieren.
Die aktuelle Prognose ist besonders bemerkenswert, weil sie nicht wie oft üblich auf den US-Dollar fokussiert ist. Stattdessen stehen die drei großen Währungen Yen, Pfund und Euro im Zentrum. Für den Euro ergibt sich eine interessante Gemengelage: Die erwarteten Rebalancing-Ströme sprechen für Käufe, doch andere kurzfristige Indikatoren der BofA deuten in eine andere Richtung. Das könnte bedeuten, dass der Euro in den kommenden Tagen eher seitwärts tendiert, anstatt klar zu steigen.
Für Yen und Pfund hingegen sind die Signale eindeutiger. Hier fallen sowohl die quantitativen Modelle als auch die erwarteten Monatsendströme negativ aus. Das verstärkt den bestehenden Verkaufsdruck und könnte die beiden Währungen in der nächsten Woche zusätzlich belasten.
Ein weiterer wichtiger Aspekt: Das September-Monatsende markiert zugleich den Abschluss des dritten Quartals. Quartalsenden sind oft mit besonders hohen Rebalancing-Volumina verbunden, da viele institutionelle Anleger ihre Portfolios nicht nur monatlich, sondern auch vierteljährlich neu ausrichten. Das könnte die ohnehin schon signifikanten Ströme noch verstärken und für erhöhte Volatilität sorgen.
Für wen ist die Meldung relevant?
- Devisenhändler und Spekulanten: Sie können die BofA-Prognosen als einen von mehreren Indikatoren nutzen, um ihre Positionen für die kommende Woche auszurichten. Besonders Yen- und Pfund-Händler sollten die Warnsignale ernst nehmen.
- Unternehmen mit FX-Exposure: Firmen, die regelmäßig in Yen, Pfund oder Euro zahlen oder fakturieren, können die erwarteten Ströme in ihr Währungsmanagement einbeziehen. Beispielsweise könnten Exporteure nach Japan mit einem schwächeren Yen rechnen und entsprechende Sicherungsgeschäfte abschließen.
- Portfoliomanager und institutionelle Anleger: Für sie sind Monatsendströme ein direktes Thema, da sie selbst Teil dieser Ströme sind. Die BofA-Analyse hilft, die Markterwartungen besser einzuschätzen.
- Privatanleger mit Währungsanlagen: Wer in Fremdwährungen investiert ist, etwa in Yen-Anleihen oder britische Aktien, sollte die möglichen Kursbewegungen im Auge behalten. Ein schwächerer Yen oder Pfund kann die Rendite in Heimatwährung schmälern.
Abschließend sei betont: Monatsendströme sind notorisch schwer zu prognostizieren und sollten nicht als alleinige Handelsentscheidung dienen. Sie sind ein Puzzleteil unter vielen. Dennoch lohnt es sich, die BofA-Signale im Hinterkopf zu behalten, wenn in der nächsten Woche das Fixing-Fenster näher rückt. Die Kombination aus Monats- und Quartalsende könnte für zusätzliche Bewegung sorgen.
Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.