Stand: 23.09.2026, 13:39 Uhr

Der US-Dollar startet mit breiter Stärke in den nordamerikanischen Handelstag. Gegenüber allen sieben Hauptwährungen legte der Greenback zu. Besonders deutlich fiel der Anstieg gegen den Australischen Dollar aus, während die Bewegung gegen den Kanadischen Dollar am geringsten ausfiel. Auslöser sind eine Mischung aus robusten Konjunkturdaten aus Europa, geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten und steigenden Renditen an den US-Anleihemärkten.

Warum ist das wichtig?

Die Dollar-Stärke signalisiert, dass Anleger weiterhin auf die relative Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft setzen. Gleichzeitig belasten die geopolitischen Risiken im Nahen Osten die Risikobereitschaft. Die am Morgen veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes (PMI) aus Europa fielen zwar insgesamt über der Expansionsschwelle von 50 Punkten aus, zeigten aber ein gemischtes Bild: Während der Dienstleistungssektor in Frankreich, Deutschland und der Eurozone zulegte, schwächelte das verarbeitende Gewerbe in Frankreich und Deutschland. Dies deutet auf eine ungleichmäßige Erholung hin und stützt die These, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei weiteren Zinsschritten vorsichtig bleiben könnte. Die US-Anleiherenditen zogen leicht an, was den Dollar zusätzlich beflügelte. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen notierte bei knapp unter fünf Prozent. Für Anleger bedeutet dies: Die Zinsdifferenz zwischen den USA und anderen Ländern bleibt ein zentraler Treiber für den Devisenmarkt.

  • Devisenkurse im Überblick (7:30 Uhr ET): EUR/USD fiel auf 1,1410 (-0,32 %), GBP/USD auf 1,3283 (-0,42 %), USD/JPY stieg auf 157,91 (+0,34 %). Der Australische Dollar verlor mit -0,62 % am stärksten, der Kanadische Dollar mit -0,18 % am wenigsten.
  • Geopolitische Lage: Die gestrigen UN-Gespräche brachten sowohl eine Warnung von US-Präsident Trump an den Iran als auch diplomatische Annäherung. US- und iranische Vertreter sprachen über Mittler am Rande der Generalversammlung. Der Iran stellte Bedingungen für die Wiedereröffnung der Straße von Hormus, eine Einigung steht jedoch aus. Auch die Huthi-Aktivitäten im Jemen bleiben ein Risiko für die Schifffahrt im Roten Meer. Für Ölhändler ist die Frage, ob die Gespräche zu einer Entspannung führen, die den Energietransport durch die Region verbessert.
  • Rohstoffe und Kryptos: Die Rohstoffmärkte zeigten sich gemischt. Brent-Rohöl stieg leicht auf 99,83 US-Dollar, während WTI leicht auf 90,28 US-Dollar nachgab. Gold und Silber verloren jeweils rund 1,3 Prozent. Bitcoin notierte bei rund 85.521 US-Dollar und gab 0,79 Prozent nach.
  • Ausblick: Am Nachmittag stehen die US-Einkaufsmanagerindizes (Flash-PMI) für September auf dem Programm. Erwartet werden Werte von 53,6 für das verarbeitende Gewerbe und 56,0 für den Dienstleistungssektor – jeweils leicht unter den Vormonaten, aber weiterhin klar im Expansionsbereich. Die Details zu Preisen und Beschäftigung könnten zusätzliche Impulse für die Renditen und den Dollar liefern.

Für wen ist die Meldung relevant?

Die aktuelle Entwicklung ist für Devisenhändler, Anleiheinvestoren und Rohstofftrader gleichermaßen relevant. Wer in Dollar-denominierte Anlagen investiert ist oder Währungsrisiken absichern muss, sollte die weitere geopolitische Entwicklung und die US-Konjunkturdaten im Auge behalten. Auch Anleger in Schwellenländeranleihen oder Rohstoffaktien sind betroffen, da ein starker Dollar oft mit Kapitalabflüssen aus diesen Märkten einhergeht. Die gemischten europäischen PMIs unterstreichen zudem die unterschiedliche konjunkturelle Dynamik zwischen der Eurozone und den USA – ein Faktor, der die Geldpolitik der EZB und der Fed weiter beeinflussen dürfte.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.