
Stand: 23.09.2026, 15:45 Uhr
Die strategisch bedeutende Meerenge Bab al-Mandab, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet, bleibt auch nach der jüngsten Offensive der Huthi-Miliz im Jemen für die internationale Schifffahrt passierbar. Laut dem Informationsdienst Marine Traffic wurden in der vergangenen Woche täglich mehr als 30 Durchfahrten registriert, insgesamt über 230. Der Verkehr habe sich auf einem „niedrigeren, aber vergleichsweise stabilen Niveau“ eingependelt. Die Huthi-Miliz hatte Anfang September eine Blitzoffensive gestartet und am 11. September die Küstenstadt Mokka eingenommen, was kurzfristig zu einem Rückgang der Schiffsbewegungen führte.
Warum ist das wichtig?
Bab al-Mandab ist neben der Straße von Hormus eines der weltweit wichtigsten Nadelöhre für den internationalen Schiffsverkehr. Rund 10 Prozent des globalen Seehandels passieren diese Meerenge, darunter ein erheblicher Teil des Öl- und Gastransports aus dem Nahen Osten nach Europa und Nordamerika. Eine Blockade oder erhebliche Einschränkung der Durchfahrten hätte weitreichende Folgen für die globalen Lieferketten, die Energiepreise und die Versorgungssicherheit. Die Huthi-Miliz, die vom Iran unterstützt wird, hatte im Juli eine „Blockade“ gegen saudische Schiffe verhängt und mehrere Angriffe durchgeführt. Sie betont jedoch, dass internationale Handelsschiffe die Meerenge weiterhin sicher passieren können. Dennoch bleibt die Lage angespannt, da die Miliz ihre militärischen Fähigkeiten in den letzten Jahren ausgebaut hat. Besonders besorgt zeigt sich Ägypten, da eine Beeinträchtigung der Schifffahrt durch Bab al-Mandab direkte Auswirkungen auf den Suezkanal hätte. Der Kanal ist eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes und verbindet das Rote Meer mit dem Mittelmeer. Der Vorsitzende der Kanalbehörde, Osama Rabi, erklärte, man beobachte die Entwicklungen laufend. In der Vergangenheit hatten Huthi-Angriffe in der Region dazu geführt, dass Reedereien wie Maersk ihre Schiffe zeitweise um das Kap der Guten Hoffnung in Afrika herumleiteten, was längere Reisezeiten und höhere Kosten verursachte. Maersk hat jedoch seit Juli wieder begonnen, den Suezkanal und das Rote Meer anzusteuern. Ein Vertreter der Reederei berichtete, dass die Zahl ihrer Fahrten durch den Suezkanal im September auf 67 gestiegen sei, verglichen mit nur acht im Vorjahreszeitraum. Dies deutet auf eine gewisse Normalisierung hin, auch wenn die Sicherheitslage fragil bleibt.
- Stabile Durchfahrten: Trotz der Huthi-Offensive wurden in der vergangenen Woche täglich über 30 Durchfahrten registriert, insgesamt mehr als 230.
- Geopolitische Spannungen: Die Huthi-Miliz hat eine Blockade gegen saudische Schiffe verhängt, betont aber die Sicherheit für internationale Handelsschiffe.
- Auswirkungen auf den Suezkanal: Ägypten beobachtet die Lage mit Sorge, da eine Beeinträchtigung der Meerenge direkte Folgen für den Kanal hätte.
- Reedereien passen Routen an: Maersk hat die Zahl seiner Fahrten durch den Suezkanal im September deutlich erhöht, was auf eine Beruhigung der Lage hindeutet.
Für wen ist die Meldung relevant?
Die Meldung ist besonders relevant für Anleger, die in den Bereichen Schifffahrt, Logistik, Öl und Gas sowie in breiter gefasste globale Lieferketten investiert sind. Eine Blockade oder Einschränkung der Meerenge könnte zu höheren Transportkosten, längeren Lieferzeiten und steigenden Energiepreisen führen. Auch Investoren in ägyptische Staatsanleihen oder Unternehmen, die vom Suezkanal abhängig sind, sollten die Entwicklung im Auge behalten. Darüber hinaus ist die Meldung für alle von Bedeutung, die die geopolitischen Risiken im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft verfolgen. Die Lage bleibt dynamisch, und weitere Eskalationen könnten die Märkte kurzfristig belasten. Eine Entspannung hingegen würde die Stabilität der Handelsrouten stärken und die Risikoprämien senken.
Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.