Stand: 25.09.2026, 05:00 Uhr

Das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping hat den Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt vorerst entschärft – allerdings nur oberflächlich. Die zentralen Streitpunkte, die die Märkte seit Monaten belasten, bleiben ungelöst. Anleger müssen sich weiterhin auf Unsicherheit einstellen.

Was ist passiert?

Der Gipfel endete mit der Verlängerung des bestehenden Handelswaffenstillstands um zwei weitere Monate bis zum 10. Januar. Die aktuellen Zölle bleiben damit vorerst in Kraft. Beide Seiten gewinnen Zeit für weitere Verhandlungen über ein umfassenderes Abkommen, wie US-Finanzminister Bessent es nannte. Doch konkrete Fortschritte gab es nicht.

Warum ist das wichtig?

Die Verlängerung verhindert zwar eine sofortige Eskalation, schiebt die entscheidenden Probleme jedoch nur auf. Die USA fordern von China verstärkte Agrareinkäufe und die Einhaltung früherer Zusagen. Zudem bemängelt Washington, dass Peking seine Lieferungen von Seltenen Erden nicht erfüllt habe. China hält diese Rohstoffe als strategisches Druckmittel zurück – ein bekanntes Muster aus der Phase-1-Vereinbarung von 2018/19.

Ein weiterer Knackpunkt ist die Technologie. Während Trump weiterhin auf eine lockere Regulierung von Künstlicher Intelligenz setzt, drängt Xi auf stärkere Risikokontrolle. Der Wettstreit um Chips, Exportkontrollen und technologische Führerschaft bleibt ungelöst. Hinzu kommt die Taiwan-Frage: Xi forderte Washington erneut zur „Umsicht“ auf, ohne dass sich an der US-Position etwas änderte.

Für wen ist das relevant?

  • Anleger in Aktien und ETFs: Die unmittelbare Gefahr neuer Zölle ist vorerst gebannt, was die Risikobereitschaft stützt. Doch die Januar-Frist wird zum nächsten Prüfstein.
  • Rohstoffinvestoren: Seltene Erden und kritische Mineralien bleiben ein geopolitischer Hebel. Engpässe könnten Preise treiben.
  • Technologieaktien: Der ungelöste Chip-Streit belastet Unternehmen mit China-Exposure.
  • Währungsmärkte: Der USD/CNY-Wechselkurs bleibt volatil, da der Handelskonflikt nicht beigelegt ist.

Einordnung für den Leser

Die Verlängerung des Waffenstillstands ist ein positives Signal für die kurze Frist, aber kein Durchbruch. Solange keine dauerhafte Einigung zu Zöllen, Seltenen Erden und Technologie erzielt wird, handeln Investoren lediglich eine Atempause – nicht das Ende des Handelskriegs. Die Märkte sollten sich auf weitere Schwankungen einstellen, sobald die Januar-Frist näher rückt.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.