Stand: 24.09.2026, 06:39 Uhr
Der Devisenmarkt erlebt eine deutliche Bewegung im Währungspaar USD/JPY. Nach einem kurzen Ausflug unter die Marke von 158,00 Yen im asiatischen Handel hat der Dollar wieder an Fahrt aufgenommen und notiert nun nahe eines Drei-Wochen-Hochs bei 158,30 Yen. Der Höchststand der Nacht lag bei 158,40 Yen. Damit tastet sich das Paar an entscheidende technische Widerstandszonen heran, die über den weiteren Verlauf entscheiden könnten.
Warum ist das wichtig?
Der Haupttreiber dieser Aufwärtsbewegung ist nicht allein im Devisenmarkt zu suchen, sondern hat seine Ursache im Anleihemarkt. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen sind über die psychologisch wichtige Marke von fünf Prozent gestiegen. Dies geschah, nachdem die Renditen bereits die gesamte Woche über mit diesem Niveau geliebäugelt hatten. Auslöser waren gleich mehrere Faktoren:
- Starke US-Konjunkturdaten: Der US-Flash-Einkaufsmanagerindex (Composite PMI) für September stieg von 56,0 auf 58,4 Punkte – der höchste Stand seit Juli 2021. Das signalisiert ein unerwartet kräftiges Wirtschaftswachstum.
- Hartnäckige Inflation: Die Vorleistungspreise beschleunigten sich auf ein nahezu Vier-Jahres-Hoch. Das nährt Sorgen, dass die Inflation nicht so schnell nachlässt wie erhofft.
- Schwache Anleihen-Auktion: Die Versteigerung von fünfjährigen US-Staatsanleihen im Volumen von 70 Milliarden Dollar verlief enttäuschend. Der Zinssatz lag bei 5,033 Prozent mit einem Tail von 3,1 Basispunkten und einem schwachen Bid-to-Cover-Verhältnis von 2,21. Das deutet auf eine nachlassende Nachfrage nach US-Schuldtiteln hin.
Die Kombination aus starkem Wachstum, klebriger Inflation, hohen Ölpreisen und schwacher Anleihenachfrage ergibt ein für Anleihen ungünstiges Umfeld. Dies treibt die Renditen nach oben und macht den Dollar für Anleger attraktiver, was sich direkt im Kurs des USD/JPY niederschlägt.
Für wen ist die Meldung relevant?
Diese Entwicklung ist für Devisenhändler und Anleger mit Engagements in Dollar oder Yen von unmittelbarer Bedeutung. Auch Anleiheinvestoren sollten die Lage genau beobachten, da die Renditeentwicklung direkte Auswirkungen auf ihre Portfolios hat. Für Unternehmen mit internationalen Lieferketten oder Export-/Importgeschäften in diesen Währungsräumen ergeben sich konkrete Wechselkursrisiken und -chancen.
Technisch betrachtet kämpft das USD/JPY-Paar nun mit zwei zentralen Widerständen. Der erste und wichtigste ist die 200-Tage-Linie (blau) bei 158,43 Yen. Hinzu kommt eine Trendlinie, die die Hochs von Juli und Anfang September verbindet und aktuell bei etwa 158,22 Yen verläuft. Gelingt der nachhaltige Ausbruch über die Zone von 158,22 bis 158,43 Yen, wäre der Weg frei in Richtung der Marke von 159,00 Yen. Das nächste technische Ziel wäre dann die 100-Tage-Linie (rot) bei 159,54 Yen.
Allerdings sollten Anleger die Risiken nicht aus den Augen verlieren. Je weiter der Kurs steigt, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass die japanischen Währungsbehörden in Tokio erneut intervenieren. Nach einem Kursrutsch von 700 Pips zu Beginn des Monats hat USD/JPY inzwischen mehr als 500 Pips dieser Verluste wieder aufgeholt. Je näher das Paar der psychologisch wichtigen Marke von 160 Yen kommt, desto größer ist die Gefahr von Gegenmaßnahmen durch die japanische Regierung, um die spekulative Nachfrage einzudämmen.
Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.