Stand: 24.09.2026, 09:29 Uhr

Drei Softwareunternehmen, die lange als Verlierer der KI-Revolution galten, feiern ein beeindruckendes Comeback. Okta, Twilio und Veeva Systems profitieren von neuen Geschäftsmodellen rund um künstliche Intelligenz und stehen an ihren 52-Wochen-Hochs. Wir zeigen, was hinter der Rallye steckt und für wen die Aktien interessant sind.

Warum ist das wichtig?

Die Aktienmärkte erleben derzeit eine Neubewertung von Softwaretiteln. Während viele Anleger befürchteten, dass KI traditionelle Softwareanbieter überflüssig macht, zeigt sich jetzt das Gegenteil: Gerade Unternehmen, die Identitätsmanagement, Kommunikationsinfrastruktur oder spezialisierte Branchensoftware anbieten, werden zu unverzichtbaren Partnern der KI-Ökonomie. Die drei genannten Aktien haben in den letzten Monaten Kurssprünge von bis zu 230 Prozent hingelegt und signalisieren einen fundamentalen Trendwechsel.

Die drei Aktien im Detail

  • Okta (ISIN: US6792951054): Der Spezialist für digitale Identitäten verwandelt sich vom KI-Sorgenkind zum Profiteur. Nach einem Einbruch von 50 Prozent zwischen Juni 2025 und April 2026 folgte eine Rallye von 230 Prozent. Grund: KI-Agenten müssen sich wie Mitarbeiter in Firmensystemen anmelden – und Okta kontrolliert deren Zugriffsrechte. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal 2026/27 um elf Prozent auf 805 Millionen Dollar, der Gewinn je Aktie auf 1,05 Dollar (erwartet: 0,97 Dollar). Die Aktie notiert am 52-Wochen-Hoch.
  • Twilio (ISIN: US90138F1021): Der Kommunikationsdienstleister profitiert vom Trend zu KI-gesteuerten Sprachassistenten, die selbstständig anrufen und Nachrichten versenden. Der Umsatz legte im zweiten Quartal 2026 um 22 Prozent auf 1,50 Milliarden Dollar zu, der Gewinn je Aktie stieg auf 1,47 Dollar (erwartet: 1,32 Dollar). Die Aktie schoss nach den Zahlen um 30 Prozent nach oben und steht auf dem höchsten Stand seit November 2021.
  • Veeva Systems (ISIN: US9224751084): Der Cloud-Software-Spezialist für die Pharmabranche trotzt der KI-Skepsis. Mit einem Abonnementumsatz von 767 Millionen Dollar im letzten Quartal und einem Gesamtumsatz von 928 Millionen Dollar zeigt das Unternehmen stabile, wiederkehrende Einnahmen. Die Plattform Vault begleitet Medikamente von der klinischen Studie bis zur Zulassung und wird durch KI-gestützte Datenanalyse immer wertvoller.

Für wen ist die Meldung relevant?

Die Analyse richtet sich an Anleger, die nach langfristigen Wachstumswerten im Technologiesektor suchen und bereit sind, kurzfristige Kursschwankungen in Kauf zu nehmen. Besonders interessant ist die Meldung für Investoren, die auf den Trend zur KI-Integration in bestehende Geschäftsprozesse setzen und dabei auf etablierte Softwareunternehmen mit klaren Wettbewerbsvorteilen achten. Einsteiger sollten jedoch die hohen Bewertungen und die aktuelle Rallye berücksichtigen – eine Konsolidierung nach den starken Kursgewinnen ist wahrscheinlich. Die Aktien eignen sich daher eher für eine Watchlist mit dem Ziel, bei Rücksetzern einzusteigen.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.