Stand: 24.09.2026, 00:00 Uhr

Am 24. September 2026 stehen die Devisenmärkte im Zeichen eines dichten Konjunkturkalenders. Händler und Analysten richten ihr Augenmerk auf eine Reihe von Wirtschaftsindikatoren, die Hinweise auf die geldpolitische Ausrichtung der wichtigsten Zentralbanken geben. Besonders im Fokus: der Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB), die deutschen IFO-Geschäftsklimaindizes sowie die US-Arbeitsmarktdaten in Form der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.

Warum ist das wichtig?

Konjunkturdaten sind der Treibstoff für Kursbewegungen an den Devisenmärkten. Sie liefern Anhaltspunkte, ob eine Volkswirtschaft überhitzt, stagniert oder sich erholt. Zentralbanken wie die Fed, EZB oder SNB nutzen diese Daten, um ihre Leitzinsentscheidungen zu kalibrieren. Weicht ein veröffentlichter Wert signifikant von der Prognose ab, kann dies kurzfristig zu erhöhter Volatilität führen – etwa beim Euro, US-Dollar, Yen oder Schweizer Franken.

  • SNB-Zinsentscheid: Die Schweizerische Nationalbank belässt den Leitzins bei 0,00 % – wie erwartet. Die anschließende Pressekonferenz um 08:00 Uhr GMT wird genau verfolgt, um Hinweise auf künftige Schritte zu erhalten. Ein neutraler bis vorsichtiger Ton könnte den Franken stabilisieren, während überraschende Aussagen zu Interventionen oder Inflation den Kurs bewegen.
  • Deutsche IFO-Indizes: Der IFO-Geschäftsklimaindex steigt im September auf 89,9 Punkte (Prognose: 89,1). Auch die Erwartungskomponente verbessert sich auf 90,4 (Prognose: 89,3). Dies signalisiert eine leichte Erholung der deutschen Wirtschaft, was den Euro stützen könnte. Allerdings bleibt das Niveau niedrig – die Konjunktursorgen sind nicht verschwunden.
  • US-Arbeitsmarkt: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fallen auf 197.000 (Prognose: 200.000). Ein robuster Arbeitsmarkt spricht für eine straffe Geldpolitik der Fed. Zusammen mit dem überraschend starken US-Leistungsbilanzdefizit von -246 Mrd. USD (Prognose: -221 Mrd.) könnte dies den Dollar weiter stärken.
  • Kanadische Einzelhandelsumsätze: Im Juli sinken die Umsätze um 0,7 % (Prognose: -0,8 %). Der Rückfall ist weniger stark als befürchtet, aber dennoch negativ. Der kanadische Dollar könnte unter Druck geraten, da die Wirtschaft schwächelt.
  • Japanische PMIs: Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe fällt auf 54,1 (Prognose: 55,0), der Dienstleistungssektor auf 51,6 (Prognose: 52,5). Die japanische Wirtschaft verliert an Dynamik – ein Signal für die BoJ, ihre ultra-lockere Geldpolitik beizubehalten.

Für wen ist die Meldung relevant?

Diese Daten sind besonders wichtig für Devisenhändler, die auf kurzfristige Kursausschläge spekulieren oder ihre Positionen absichern möchten. Auch institutionelle Anleger, Fondsmanager und Unternehmen mit internationalen Zahlungsströmen sollten die Veröffentlichungen im Blick behalten. Wer in Währungspaaren wie EUR/USD, USD/JPY oder USD/CHF handelt, kann von den Abweichungen zwischen Prognose und tatsächlichem Wert profitieren – oder Verluste vermeiden. Einsteiger sollten jedoch beachten: Der Konjunkturkalender ist ein Werkzeug, keine Kaufempfehlung. Die Daten müssen immer im Kontext der aktuellen Zentralbankkommunikation und geopolitischen Lage interpretiert werden.

Auf Basis öffentlich verfügbarer Marktinformationen redaktionell neu eingeordnet. Keine Anlageberatung.